Geschäftskonto eröffnen: Schritt für Schritt für Kleinunternehmer
So eröffnest du als Kleinunternehmer oder Side Hustler dein Geschäftskonto: welche Unterlagen du brauchst, wie die Video-Identifizierung läuft und was du direkt danach erledigst – mit Checkliste.
Ein eigenes Geschäftskonto ist für Kleinunternehmer:innen und Side Hustler keine gesetzliche Pflicht – aber einer der besten 15-Minuten-Schritte für ein aufgeräumtes Business. Es trennt Privates von Geschäftlichem, macht deine EÜR leichter und erspart dir am Jahresende stundenlanges Sortieren. In dieser Anleitung eröffnest du dein Konto Schritt für Schritt – inklusive Checkliste und der Frage, welches Konto überhaupt zu dir passt.
Das ist eine Orientierung, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Konditionen der Banken ändern sich regelmäßig – prüfe sie vor Abschluss auf der Anbieter-Website.
Brauchst du als Kleinunternehmer ein Geschäftskonto?
Für Einzelunternehmer:innen und Kleinunternehmer:innen ist ein Geschäftskonto rechtlich nicht vorgeschrieben. Trotzdem ist es faktisch unverzichtbar: Ein eigenes Konto trennt geschäftliche von privaten Buchungen, macht deine Buchhaltung sauber und wirkt nach außen professioneller.
Wichtig zu wissen: Viele Banken verbieten in ihren AGB die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos. Wer dauerhaft Business-Zahlungen über sein Privatkonto laufen lässt, riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung – und macht sich die Steuererklärung unnötig schwer.
Welches Konto zu dir passt, klärst du am besten vorab. Einen kompakten Überblick mit Empfehlung findest du auf unserer Seite zum Geschäftskonto für Kleinunternehmer & Side Hustler, und einen direkten Anbieter-Vergleich im Artikel Holvi vs. Kontist vs. N26 vs. Qonto.
Was du vor der Eröffnung brauchst
Für ein Einzelunternehmen hält sich der Papierkram in Grenzen. Leg dir diese Dinge bereit:
- Gültiger Ausweis (Personalausweis oder Reisepass) für die Identifizierung.
- Smartphone für die Video- oder Foto-Identifizierung.
- Angaben zu deiner Tätigkeit, oft die Gewerbeanmeldung (bei Freiberufler:innen reicht meist die Tätigkeitsbeschreibung).
- Steuernummer oder Steuer-ID, falls schon vorhanden – manche Anbieter fragen sie ab.
- Deine Geschäfts- bzw. Wohnanschrift.
Bei einer GbR, UG oder GmbH kommen Gesellschaftsvertrag, Handelsregister-Daten und ggf. die Ausweise aller Gesellschafter:innen dazu.
Geschäftskonto eröffnen – Schritt für Schritt
- Anbieter auswählen. Achte auf Kontoführungsgebühr, Karten, Kosten pro Buchung und eine Schnittstelle zur Buchhaltung. Mobile Konten wie N26 eröffnest du komplett per App – ohne Filialtermin. Mehr dazu im Geschäftskonto-Überblick.
- Online-Antrag ausfüllen. Name, Anschrift, Tätigkeit und ggf. Steuerdaten eingeben – das dauert meist nur wenige Minuten.
- Identifizieren. Per Video-Ident (Videocall mit Ausweis) oder Foto-Ident (Ausweis und Selfie hochladen). Bei Filialbanken läuft das per Post-Ident in einer Filiale.
- Vertrag bestätigen. Du erhältst die Kontodaten meist sofort; deine Karte kommt in den folgenden Tagen per Post.
- App einrichten & Karte aktivieren. Push-Benachrichtigungen an, PIN festlegen, fertig.
Nach der Eröffnung: 4 Dinge sofort erledigen
Das Konto steht – jetzt machst du es zur Schaltzentrale deines Business:
- Mit der Buchhaltung verbinden. Hinterlege das Konto in deinem Buchhaltungstool, damit der Bankabgleich automatisch läuft statt per Abtippen. Welches Tool passt, zeigt unser Buchhaltungstools-Vergleich.
- Unterkonto für die Steuerrücklage anlegen. Viele Konten bieten „Spaces“ oder Unterkonten. Schieb bei jeder Einnahme einen festen Prozentsatz zur Seite – wie viel, rechnet dir der Steuer-Rücklage-Rechner aus.
- Zahlungswege umstellen. Ändere bei Stripe, PayPal, Etsy und der Finanzamt-Lastschrift die Bankverbindung auf das neue Konto.
- Konsequent trennen. Ab jetzt läuft alles Geschäftliche über dieses Konto. Das macht deine Belege-Routine am Monatsende zum Kinderspiel.
Checkliste: Geschäftskonto eröffnen
- ☐ Anbieter nach Kosten & Funktionen ausgewählt
- ☐ Ausweis und Smartphone bereitgelegt
- ☐ Online-Antrag ausgefüllt
- ☐ Per Video- oder Foto-Ident identifiziert
- ☐ Karte aktiviert und App eingerichtet
- ☐ Konto mit Buchhaltung verbunden
- ☐ Unterkonto für die Steuerrücklage angelegt
- ☐ Zahlungsanbieter und Lastschriften umgestellt
Häufige Fehler
- Privatkonto weiternutzen. Bequem, aber AGB-widrig und ein Buchhaltungs-Chaos.
- Nur auf 0 € Kontogebühr schauen. Kosten pro Buchung oder für Bargeld können das Bild drehen.
- Steuerrücklage aufs laufende Konto legen. Was sichtbar herumliegt, ist schnell ausgegeben – lieber in ein Unterkonto.
- Konto nicht mit der Buchhaltung verbinden und am Jahresende doch alles per Hand abtippen.
Fazit
Ein Geschäftskonto zu eröffnen ist in wenigen Minuten erledigt und der erste Schritt zu einem aufgeräumten Business. Wenn du flexibel und mobil unterwegs bist, ist ein App-Konto wie N26 ein guter, schneller Einstieg – die Details findest du in unserem Geschäftskonto-Überblick.
Schritt zwei ist die Routine: Belege ablegen, Umsatz im Blick behalten, Fristen einhalten. Genau dafür gibt es BetriebsBuddy – es macht aus deinen Pflichten einen klaren Monatsplan mit Erinnerungen und Erklärungen in einfacher Sprache.
Häufige Fragen
Brauche ich als Kleinunternehmer ein Geschäftskonto?
Pflicht ist es für Einzelunternehmer:innen nicht, aber dringend empfohlen. Ein eigenes Konto trennt Privates vom Geschäftlichen und macht deine EÜR leichter. Viele Banken verbieten zudem in ihren AGB die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos.
Welche Unterlagen brauche ich, um ein Geschäftskonto zu eröffnen?
Als Einzelunternehmer:in meist nur einen gültigen Ausweis, deine Anschrift und Angaben zur Tätigkeit (oft die Gewerbeanmeldung). Steuernummer oder Steuer-ID können abgefragt werden. Bei GbR, UG oder GmbH kommen Gesellschaftsvertrag und Handelsregister-Daten dazu.
Wie lange dauert die Eröffnung eines Geschäftskontos?
Bei mobilen Anbietern oft nur wenige Minuten: Antrag online ausfüllen, per Video- oder Foto-Ident identifizieren, fertig. Die Karte kommt anschließend in einigen Tagen per Post. Bei Filialbanken dauert es meist länger.
Kann ich mein privates Konto fürs Business nutzen?
Technisch ja, ratsam ist es nicht: Viele Banken untersagen das in den AGB, und die Vermischung macht deine Buchhaltung unübersichtlich. Ein eigenes Konto erspart dir am Jahresende viel Sucherei und sieht professioneller aus.
Was mache ich direkt nach der Kontoeröffnung?
Verbinde das Konto mit deiner Buchhaltung, lege ein Unterkonto für die Steuerrücklage an, stelle Zahlungsanbieter und Plattformen (Stripe, PayPal, Etsy, Finanzamt-Lastschrift) auf das neue Konto um und lass ab sofort alles Geschäftliche darüber laufen.
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Trenn dein Business sauber vom Privaten.
Ein eigenes Geschäftskonto macht deine EÜR leichter – in Minuten per App eröffnet, mit deutscher IBAN.
- In Minuten per App eröffnet – deutsche IBAN
- Karten & Echtzeit-Benachrichtigungen
- Spaces (Unterkonten) für die Steuerrücklage
Über den Autor
Tim GeithnerGründer von BetriebsBuddy · redaktionell verantwortlich
Tim Geithner ist Gründer von BetriebsBuddy und nach § 18 Abs. 2 MStV redaktionell für die Inhalte verantwortlich. Er übersetzt Steuer- und Bürokratie-Themen in einfache, umsetzbare Routinen für Kleinunternehmer, Creator und Side-Hustler. Die Artikel sind redaktionell recherchiert und mit Quellen belegt – sie ersetzen keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.
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