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Geschäftskonto-Vergleich: Holvi, Kontist, N26 Business & Qonto

Holvi, Kontist, N26 Business und Qonto im direkten Vergleich – plus Anleitung zur Kontoeröffnung mit Unterlagen, Video-Ident und Checkliste für die ersten Schritte danach.

BBTim GeithnerVeröffentlicht am · Aktualisiert am

Ein eigenes Geschäftskonto ist als Kleinunternehmer keine Pflicht – aber dringend zu empfehlen. Es trennt privat und geschäftlich, macht die Buchhaltung sauber und verhindert, dass der Steuerberater 80 Privatabbuchungen prüfen muss. Dieser Vergleich zeigt die vier beliebtesten Anbieter für Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige in Deutschland: Holvi, Kontist, N26 Business und Qonto.

Stand: Mai 2026. Preise und Features ändern sich regelmäßig – im Zweifel auf der Anbieter-Website prüfen.

Auf einen Blick

AnbieterGünstigster TarifBuchhaltungs-FeaturesUnterkontenBargeld-Einzahlung
Holviab 9 € / MonatEigene Buchhaltung + RechnungstoolJaNein
Kontist0 € (Free) / 9 € (Premium)Steuer-Schätzer, DATEV-ExportJa (ab Premium)Nein
N26 Business0 € (Standard)Keine Buchhaltung, nur KontoJa (Spaces)Bei N26 CASH26
Qontoab 11 € / MonatRechnungstool, DATEV-ExportJa, vieleNein

Holvi – das All-in-One für Kreative

Stärken:

  • Rechnungen, Konto und Buchhaltung in einer App – ideal, wenn du keine Lust auf 3 Tools hast.
  • Sehr gute Belegerfassung per App.
  • EÜR-Vorbereitung integriert.

Schwächen:

  • Kein kostenloses Konto.
  • Keine Bargeld-Einzahlung möglich.

Für wen? Solo-Kreative, Coaches, Designer, Online-Shops mit wenig Bargeld.

Kontist – Steuer-Fokus für Freelancer

Stärken:

  • Steuer-Schätzer zeigt dir live, wie viel du für Einkommen- und Umsatzsteuer beiseite legen solltest.
  • DATEV-Export (gut für die Steuerberater-Zusammenarbeit).
  • Kostenloser Tarif für Einsteiger.

Schwächen:

  • Steuer-Schätzer ist auf Regelbesteuerung optimiert – als Kleinunternehmer brauchst du ihn nur teilweise.
  • Premium nötig für Buchhaltungs-Add-On.

Für wen? Freelancer in IT, Beratung, Texter – besonders bei Wachstumsphasen Richtung Regelbesteuerung. Vergleich: Kleinunternehmer vs. Regelbesteuerung.

N26 Business – das schlanke Free-Konto

Stärken:

  • Kostenloses Konto mit deutscher IBAN.
  • 0,1 % Cashback auf Kartenzahlungen (Standard).
  • Sehr gute App, schnelle Karte.

Schwächen:

  • Keine Buchhaltungs-Features. Du brauchst zusätzlich Lexware, sevDesk o. Ä.
  • Support gilt unter Power-Usern als verbesserungswürdig.

Für wen? Side-Hustler und Kleinstunternehmen, die ein günstiges Konto wollen und Buchhaltung separat über ein Buchhaltungstool regeln. Mehr dazu: Geschäftskonto für Kleinunternehmer & Side Hustler.

Qonto – die Premium-Variante

Stärken:

  • Viele Unterkonten, Team-Funktionen, ausgezeichnete Buchhaltungs-Anbindungen.
  • Sehr stabiler Support (auf Deutsch).
  • DATEV, sevDesk, Lexware-Integration eingebaut.

Schwächen:

  • Höhere Monatsgebühr als die Wettbewerber.
  • Für reine Kleinunternehmer mit < 200 Buchungen pro Monat überdimensioniert.

Für wen? Wachsende Solo-Selbstständige, kleine Agenturen, GbRs.

Entscheidungshilfe in 4 Fragen

  1. Bekomme ich Bargeld? → Dann eher Volksbank/Sparkasse oder N26 mit CASH26.
  2. Will ich Konto + Rechnung + Buchhaltung in einem? → Holvi.
  3. Bin ich Freelancer mit Wachstumskurs? → Kontist (Steuer-Schätzer) oder Qonto.
  4. Will ich nur ein günstiges Trennkonto? → N26 Business Free.

Wichtige Hinweise (alle Anbieter)

  • Einlagensicherung: Holvi (FI bis 100.000 €), N26 (DE bis 100.000 €), Kontist (DE über Solarisbank), Qonto (FR bis 100.000 €).
  • Steuerlich absetzbar: Kontogebühren sind 1:1 Betriebsausgabe.
  • Mischkonten vermeiden: Auch bei Gratis-Konten – immer eines exklusiv für das Business.
  • Pflicht zur Trennung? Für Einzelunternehmer rechtlich keine Pflicht, aber faktisch unverzichtbar (siehe Belege sortieren).

Was du vor der Eröffnung brauchst

Für ein Einzelunternehmen hält sich der Papierkram in Grenzen. Leg dir diese Dinge bereit:

  • Gültiger Ausweis (Personalausweis oder Reisepass) für die Identifizierung.
  • Smartphone für die Video- oder Foto-Identifizierung.
  • Angaben zu deiner Tätigkeit, oft die Gewerbeanmeldung (bei Freiberufler:innen reicht meist die Tätigkeitsbeschreibung).
  • Steuernummer oder Steuer-ID, falls schon vorhanden – manche Anbieter fragen sie ab.
  • Deine Geschäfts- bzw. Wohnanschrift.

Bei einer GbR, UG oder GmbH kommen Gesellschaftsvertrag, Handelsregister-Daten und ggf. die Ausweise aller Gesellschafter:innen dazu.

Geschäftskonto eröffnen – Schritt für Schritt

  1. Anbieter auswählen. Achte auf Kontoführungsgebühr, Karten, Kosten pro Buchung und eine Schnittstelle zur Buchhaltung. Mobile Konten wie N26 eröffnest du komplett per App – ohne Filialtermin.
  2. Online-Antrag ausfüllen. Name, Anschrift, Tätigkeit und ggf. Steuerdaten eingeben – das dauert meist nur wenige Minuten.
  3. Identifizieren. Per Video-Ident (Videocall mit Ausweis) oder Foto-Ident (Ausweis und Selfie hochladen). Bei Filialbanken läuft das per Post-Ident in einer Filiale.
  4. Vertrag bestätigen. Du erhältst die Kontodaten meist sofort; deine Karte kommt in den folgenden Tagen per Post.
  5. App einrichten & Karte aktivieren. Push-Benachrichtigungen an, PIN festlegen, fertig.

Nach der Eröffnung: 4 Dinge sofort erledigen

Das Konto steht – jetzt machst du es zur Schaltzentrale deines Business:

  • Mit der Buchhaltung verbinden. Hinterlege das Konto in deinem Buchhaltungstool, damit der Bankabgleich automatisch läuft statt per Abtippen. Welches Tool passt, zeigt unser Buchhaltungstools-Vergleich.
  • Unterkonto für die Steuerrücklage anlegen. Viele Konten bieten „Spaces" oder Unterkonten. Schieb bei jeder Einnahme einen festen Prozentsatz zur Seite – wie viel, rechnet dir der Steuer-Rücklage-Rechner aus.
  • Zahlungswege umstellen. Ändere bei Stripe, PayPal, Etsy und der Finanzamt-Lastschrift die Bankverbindung auf das neue Konto.
  • Konsequent trennen. Ab jetzt läuft alles Geschäftliche über dieses Konto. Das macht deine Belege-Routine am Monatsende zum Kinderspiel.

Checkliste: Geschäftskonto eröffnen

  • ☐ Anbieter nach Kosten & Funktionen ausgewählt
  • ☐ Ausweis und Smartphone bereitgelegt
  • ☐ Online-Antrag ausgefüllt
  • ☐ Per Video- oder Foto-Ident identifiziert
  • ☐ Karte aktiviert und App eingerichtet
  • ☐ Konto mit Buchhaltung verbunden
  • ☐ Unterkonto für die Steuerrücklage angelegt
  • ☐ Zahlungsanbieter und Lastschriften umgestellt

Häufige Fehler

  • Privatkonto weiternutzen. Bequem, aber oft AGB-widrig und ein Buchhaltungs-Chaos.
  • Nur auf 0 € Kontogebühr schauen. Kosten pro Buchung oder für Bargeld können das Bild drehen.
  • Steuerrücklage aufs laufende Konto legen. Was sichtbar herumliegt, ist schnell ausgegeben – lieber in ein Unterkonto.
  • Konto nicht mit der Buchhaltung verbinden und am Jahresende doch alles per Hand abtippen.

Fazit

Es gibt kein „bestes" Geschäftskonto – nur das beste für deinen Use-Case:

  • Kreative & Coaches: Holvi
  • Freelancer in IT/Beratung: Kontist
  • Side-Hustler & Sparfüchse: N26 Business
  • Agenturen & Wachstumsphase: Qonto

Wechseln ist später möglich, aber lästig. Lieber jetzt 15 Minuten investieren und das passende Konto wählen – dein zukünftiges Ich beim Sortieren der Belege wird sich bedanken.

Häufige Fragen

Brauche ich als Kleinunternehmer ein Geschäftskonto?

Pflicht ist es für Einzelunternehmer:innen nicht, aber dringend empfohlen. Ein eigenes Konto trennt Privates vom Geschäftlichen und macht deine EÜR leichter. Viele Banken verbieten zudem in ihren AGB die geschäftliche Nutzung eines privaten Girokontos.

Welches Geschäftskonto ist für Kleinunternehmer am besten?

Es kommt auf den Anwendungsfall an: Holvi für Kreative, die Konto, Rechnung und Buchhaltung in einer App wollen; Kontist für Freelancer mit Steuer-Schätzer; N26 Business als kostenloses Trennkonto für Side-Hustler; Qonto für wachsende Solo-Selbstständige und kleine Agenturen.

Welche Unterlagen brauche ich, um ein Geschäftskonto zu eröffnen?

Als Einzelunternehmer:in meist nur einen gültigen Ausweis, deine Anschrift und Angaben zur Tätigkeit (oft die Gewerbeanmeldung). Steuernummer oder Steuer-ID können abgefragt werden. Bei GbR, UG oder GmbH kommen Gesellschaftsvertrag und Handelsregister-Daten dazu.

Wie lange dauert die Eröffnung eines Geschäftskontos?

Bei mobilen Anbietern oft nur wenige Minuten: Antrag online ausfüllen, per Video- oder Foto-Ident identifizieren, fertig. Die Karte kommt anschließend in einigen Tagen per Post. Bei Filialbanken dauert es meist länger.

Kann ich mein privates Konto fürs Business nutzen?

Technisch ja, ratsam ist es nicht: Viele Banken untersagen das in den AGB, und die Vermischung macht deine Buchhaltung unübersichtlich. Ein eigenes Konto erspart dir am Jahresende viel Sucherei und sieht professioneller aus.

Was mache ich direkt nach der Kontoeröffnung?

Verbinde das Konto mit deiner Buchhaltung, lege ein Unterkonto für die Steuerrücklage an, stelle Zahlungsanbieter und Plattformen (Stripe, PayPal, Etsy, Finanzamt-Lastschrift) auf das neue Konto um und lass ab sofort alles Geschäftliche darüber laufen.

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Über den Autor

Tim Geithner

Gründer von BetriebsBuddy · redaktionell verantwortlich

Tim Geithner ist Gründer von BetriebsBuddy und nach § 18 Abs. 2 MStV redaktionell für die Inhalte verantwortlich. Er übersetzt Steuer- und Bürokratie-Themen in einfache, umsetzbare Routinen für Kleinunternehmer, Creator und Side-Hustler. Die Artikel sind redaktionell recherchiert und mit Quellen belegt – sie ersetzen keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.

Dieser Artikel bietet redaktionelle Orientierung in einfacher Sprache – keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall fragst du Steuerberater:in oder Finanzamt.

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